Weiße Spargelpesto – Frühling auf dem Pastateller
Weißes Spargelpesto ist für mich die vielleicht unterschätzteste Art, weißen Spargel zuzubereiten. Während Spargel in Deutschland meist klassisch mit Sauce Hollandaise, Schinken und Kartoffeln serviert wird, eröffnet ein Spargelpesto eine völlig neue Perspektive auf das beliebte Frühlingsgemüse. Statt als Beilage aufzutreten, wird der Spargel hier zum Mittelpunkt des Gerichts und verleiht der Pasta seinen unverwechselbaren Geschmack.
Auf die Idee für dieses Gericht bin ich tatsächlich durch Social Media gekommen. Zwischen all den Reels tauchte plötzlich ein weiße Spargelpesto von Sandro Zinggeler auf. Der Gedanke gefiel mir sofort. Schließlich gibt es Pesto inzwischen in den unterschiedlichsten Varianten, warum also nicht auch mit weißem Spargel? Nach ein wenig Recherche war allerdings schnell klar, dass viele Rezepte den Spargel einfach weichkochen und anschließend pürieren. Das funktioniert zwar, verschenkt aber meiner Meinung nach viel Aroma. Also musste eine ferkligere Lösung her.
Genau deshalb habe ich einen anderen Weg gewählt.
Mehr Geschmack durch Röstaromen
Der entscheidende Unterschied bei diesem weiße Spargelpesto liegt in der Behandlung des Spargels. Bevor er schonend gegart wird, erhält er zunächst kräftige Röstaromen. Durch das Anbraten und anschließende Abflämmen entstehen leichte karamellige Noten, die hervorragend mit dem natürlichen Aroma des Spargels harmonieren.
Gerade weißer Spargel besitzt eine angenehme Süße, die durch Hitze besonders gut zur Geltung kommt. Während grüner Spargel von Natur aus etwas kräftiger und nussiger schmeckt, profitiert weißer Spargel enorm von zusätzlichen Röstaromen. Das Ergebnis ist ein deutlich komplexerer Geschmack, der sich später im Pesto bemerkbar macht.
Das Schöne daran: Trotz der intensiveren Aromatik bleibt der Charakter des Spargels vollständig erhalten. Das Gericht schmeckt nicht nach geröstetem Gemüse, sondern eindeutig nach Spargel, nur eben konzentrierter und spannender.
Warum Haselnüsse perfekt zu Spargel passen
Eine weitere Hauptrolle spielen die Haselnüsse. Spargel und Haselnüsse gehören für mich zu den harmonischsten Kombinationen der Frühlingsküche. Die leicht süßlichen und gerösteten Aromen der Nüsse ergänzen den Spargel auf natürliche Weise, ohne ihn zu überdecken.
Im weiße Spargelpesto übernehmen die Haselnüsse sogar eine Doppelrolle. Ein Teil sorgt im Pesto für Körper und Cremigkeit, während die grob gehackten Nüsse auf dem fertigen Teller für den nötigen Crunch sorgen.
Gerade bei Pasta-Gerichten wird die Textur häufig unterschätzt. Eine cremige Sauce allein ist oft etwas eindimensional. Erst durch die knackigen Haselnüsse entsteht jener Kontrast, der jeden Bissen interessant macht.
Die Rolle von Zitrone und Kapern
Ein gutes Pesto braucht Balance. Neben Spargel, Parmesan und Haselnüssen spielen deshalb auch Zitrone und Kapern eine wichtige Rolle.
Die Zitrone bringt Frische und Leichtigkeit ins Gericht. Ihr Abrieb sorgt für feine ätherische Noten, während der Saft die notwendige Säure liefert. Gerade bei einem eher cremigen Pesto verhindert die Zitrone, dass das Gericht zu schwer wirkt.
Die Kapern hingegen arbeiten eher im Hintergrund. Man schmeckt sie nicht unmittelbar heraus, doch sie liefern eine angenehme Würze und zusätzliche Tiefe. Genau diese kleinen Details machen oft den Unterschied zwischen einem guten und einem wirklich gelungenen Gericht aus.
Gebratene Spargelspitzen als Krönung
Obwohl der Großteil des Spargels im Pesto verschwindet, wollte ich den Spargel auch optisch auf dem Teller sichtbar machen. Deshalb werden einige Spargelspitzen separat gebraten und erst beim Anrichten ergänzt.
Sie bringen nicht nur zusätzliche Röstaromen mit, sondern sorgen auch dafür, dass das Gericht sofort erkennen lässt, worum es eigentlich geht. Schließlich darf ein weiße Spargelpesto auch nach Spargel aussehen.
Zusammen mit etwas frisch geriebenem Parmesan, gehackten Haselnüssen und etwas Zitronenzeste entsteht ein Teller, der nach Frühling aussieht und genauso schmeckt.
Ein neues Lieblingsgericht der Spargelsaison
Die Spargelsaison bietet jedes Jahr unzählige Möglichkeiten. Trotzdem landen häufig die gleichen Klassiker auf dem Tisch. Daran ist grundsätzlich nichts falsch, doch manchmal lohnt sich ein Blick über den Tellerrand.
Dieses weiße Spargelpesto verbindet die deutsche Spargeltradition mit italienischer Pastakultur und schafft daraus etwas Eigenständiges. Es ist unkompliziert genug für einen entspannten Abend auf der Terrasse, gleichzeitig aber raffiniert genug, um Gäste zu begeistern.
Für mich gehört dieses Rezept inzwischen zu den Gerichten, die jedes Jahr mindestens einmal gekocht werden müssen. Es zeigt, wie vielseitig Spargel sein kann und dass aus einem vermeintlich traditionellen Produkt immer wieder neue Ideen entstehen können.
Wenn ihr also auf der Suche nach einer etwas anderen Spargelidee seid, solltet ihr diesem weiße Spargelpesto unbedingt eine Chance geben. Vielleicht entdeckt ihr dabei genauso wie ich eine neue Lieblingsart, weißen Spargel zuzubereiten.
Kann ich das Weiße Spargelpesto vorbereiten?
Ja. Das Pesto lässt sich problemlos einen Tag im Voraus zubereiten. Im Kühlschrank aufbewahren und vor dem Servieren mit etwas Nudelwasser wieder cremig rühren.
Kann ich auch grünen Spargel verwenden?
Grundsätzlich ja. Grüner Spargel besitzt jedoch ein deutlich kräftigeres Eigenaroma. Das Ergebnis wird daher würziger und weniger fein als die Variante mit weißem Spargel.
Welche Pasta passt am besten zu Weißem Spargelpesto?
Besonders gut eignen sich Fusilloni, Fusilli, Rigatoni oder Spaghetti. Wichtig ist, dass die Pasta genügend Oberfläche besitzt, damit das Pesto gut haften kann.
Kann ich die Haselnüsse ersetzen?
Ja. Alternativ passen Mandeln, Pinienkerne oder Walnüsse. Haselnüsse harmonieren jedoch besonders gut mit den Röstaromen des Spargels.
Wie lange hält sich das Spargelpesto?
Im Kühlschrank hält sich das Pesto etwa zwei bis drei Tage. Eine dünne Schicht Olivenöl auf der Oberfläche schützt zusätzlich vor Oxidation.
Kann ich das Gericht vegan zubereiten?
Ja. Der Parmesan kann durch eine vegane Alternative oder Hefeflocken ersetzt werden. Das Ergebnis wird etwas anders schmecken, bleibt aber sehr aromatisch.

Weiße Spargelpesto | Gebratene Spargelspitzen | Haselnuss | Zitrone
Zutaten
Für das weiße Spargelpesto
- 400 g weißer Spargel
- 2 Knoblauchzehen
- 50 g Parmesan
- 20 g Haselnüsse
- 10 g Kapern
- 50-60 ml Olivenöl
- Abrieb einer Bio-Zitrone
- 1-2 EL Zitronensaft
- Salz und weißer Pfeffer
Anleitungen
- Den weißen Spargel schälen und die holzigen Enden entfernen. Die Spargelstangen in einer heißen Pfanne ohne zusätzliches Fett rundherum kräftig anrösten. Anschließend mit einem Bunsenbrenner leicht abflämmen, bis sich erste Röstaromen entwickeln.
- Den Spargel anschließend etwa 20 Minuten dämpfen, bis er weich ist.
- Währenddessen die Knoblauchzehen zusammen mit den Haselnüssen bei 200 °C Ober-/Unterhitze etwa 12-15 Minuten im Ofen rösten. Die Haselnüsse anschließend etwas abkühlen lassen und grob von der Schale befreien. Den Knoblauch aus der Schale drücken.
- Einige Spargelspitzen für das spätere Anrichten beiseitelegen.
- Den restlichen Spargel zusammen mit Knoblauch, Parmesan, Haselnüssen, Kapern, Zitronenabrieb und Olivenöl in einen Mixer geben und fein pürieren.
- Mit Zitronensaft, Salz und weißem Pfeffer abschmecken. Falls das Pesto zu fest ist, später etwas Nudelwasser zum Verdünnen verwenden.
- Die Pasta in reichlich gesalzenem Wasser al dente kochen.
- Währenddessen die beiseitegelegten Spargelspitzen in etwas Olivenöl oder Butter goldbraun anbraten.
- Die Pasta abgießen und dabei etwas Kochwasser auffangen.
- Die Nudeln zurück in den Topf oder in eine große Pfanne geben und das Spargelpesto hinzufügen. Mit etwas Kochwasser zu einer cremigen Sauce emulgieren und gründlich vermengen.
Anrichten
Tipp
Wer dem Gericht noch mehr Tiefe verleihen möchte, ergänzt kurz vor dem Servieren einige Tropfen Haselnussöl. Die nussigen Aromen verbinden sich hervorragend mit Spargel, Parmesan und Zitrone und machen aus einer einfachen Pasta ein echtes Frühlingsgericht.Weitere Rezepte
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Equipment
- Fissler Original-Profi Collection/Edelstahl-Pfanne (Ø 28 cm) *
- Jamie Oliver by Tefal Cook’s Direct On Bratpfanne 28 cm *
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- Microplane *
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