Tropen trifft Feuer – ein Dessert mit Rum-Kick
Wenn es ein Dessert gibt, das Sommer, Grillabend und Fernweh auf einem Löffel vereint, dann ist es dieses: Gegrillte Ananas mit Kokoseis und einer sündhaft guten Hampden-Rum-Karamellsauce. In meiner ersten Version hatte Thai-Basilikum noch seinen großen Auftritt – dieses Mal habe ich auf Showeinlagen verzichtet und mich ganz auf die drei Hauptdarsteller konzentriert: Frucht, Eis und Karamell. Manchmal braucht ein gutes Gericht eben keinen Zirkus, nur ein bisschen Holzkohle, viel Gefühl und einen Schuss jamaikanischen Wahnsinn.
Ein Klassiker – neu interpretiert
Die Kombination aus gegrillter Ananas und Kokoseis ist so naheliegend wie genial. Und doch zeigt sich, dass die Details den Unterschied machen: Die Frucht bekommt durch das Grillen ein fast rauchiges Aroma, der Zucker karamellisiert, die Struktur wird weich und saftig. Dazu ein Eis, das nicht nur „nach Kokos schmeckt“, sondern durch Kokosmilch, Sahne, Eigelb und Vanille auch eine echte Cremigkeit mitbringt. Kein Sorbet, kein Fake, sondern richtiges, ehrliches Kokoseis.
Und dann wäre da noch das Herzstück: die Rum-Karamellsauce. Genauer gesagt: Hampden Rum-Karamell, mit dieser typischen jamaikanischen Ester-Wucht, die in der Nase fast wie überreife Bananen und Ananas explodiert. Wer dachte, Karamell sei immer süß und harmlos, wird hier eines Besseren belehrt.
Warum Hampden?
Der Rum aus der Hampden Estate Distillery auf Jamaika ist ein kleines Biest. Er ist funky, wild, nicht jedermanns Sache, aber im Karamell verbindet sich seine Aromatik ganz wunderbar mit der Süße von Zucker und Butter. In der Sauce sorgt er für eine erwachsene Tiefe, die hervorragend zur fruchtigen Ananas und der tropischen Cremigkeit des Kokoseis passt.
Klar, du könntest auch einen anderen Rum nehmen, aber dann wird’s eben nicht ganz so spektakulär.
Kokoseis mit Substanz
Das Kokoseis ist keine schnelle Angelegenheit, aber jede Minute wert. Mit Dextrose, Vanilleextrakt (in meinem Fall ein Mitbringsel aus Mexiko) und einer klassischen Rose-Abziehung entsteht eine Basis, die nicht nur gut schmeckt, sondern auch perfekt cremig friert. Die Eismaschine darf dann übernehmen, und der Tiefkühler sorgt für das letzte Finish.
Ein kleiner Tipp am Rande: Wer will, kann das Eis schon am Vortag vorbereiten, so bleibt am Grillabend mehr Zeit für die wichtigen Dinge: Feuer, Freunde, Drinks.
Wie anrichten?
Du brauchst nicht viel: Ein tiefer Teller, ein Stück warme Ananas, ein Nocken Kokoseis, ein ordentlicher Löffel Hampden-Rum-Karamell. Wer mag, streut ein paar Salzflocken darüber, für diesen kleinen Knack und Kontrast zur Süße. Keine Minze, kein Basilikum, kein Chi-Chi. Nur Geschmack.
Sommermenü 2025 – Frucht, Feuer & Fernweh
Ein Menü wie ein Sommerabend: leicht, aromatisch und mit dem gewissen Etwas. Frische Aromen treffen auf Röstaromen vom Grill, tropische Frucht auf würzige Cremes – und das alles in vier Gängen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind.
- Vorspeise: Mais-Ravioli | Maissauce | Popcorn
- Zwischengang: Doraden-Ceviche | Tequila | Grapefruit
- Hauptspeise: Fisch-Tacos | Mango-Gurke-Salsa | Chipotle-Crème | Radieschenpickles
- Dessert: Gegrillte Ananas | Kokoseis | Hampden-Rum-Karamell – Vol. 2
Ob einzeln gekocht oder als komplettes Menü serviert, diese Gerichte stehen für Sommer, Genuss und ein bisschen Fernweh auf dem Teller.
FAQ – und was war mit dem Thai-Basilikum?
Ist das nicht dasselbe Rezept wie beim ersten Mal?
Fast. Es ist wie ein zweiter Teil im Kino, mit vertrauter Handschrift, aber neuem Drehbuch. Diesmal: mehr Karamell, mehr Rum, weniger Basilikum.
Kann ich das Kokoseis auch ohne Eismaschine machen?
Du kannst, aber es wird nicht ganz so cremig. Mit Eismaschine wird’s einfach besser. Punkt.
Kann ich das Kokoseis auch ohne Dextrose machen?
Geht, ja. Nimm einfach die gleiche Menge Zucker anstatt der Dextrose. Aber die Dextrose sorgt für die feinere Textur und mildert die Süße. Einfach mal ausprobieren, der Unterschied ist subtil, aber spürbar.
Kann ich auch einen anderen Rum als den Hampden verwenden?
Natürlich. Aber wenn du einmal Hampden Rum probiert hast, willst du nichts anderes. Der ist quasi der Tarantino unter den Rums: laut, wild, kompromisslos. Aber ein gereifter Jamaika-Rum mit Ester-Profil ist ideal. Appleton 12, Worthy Park oder Compagnie des Indes Jamaica sind gute Alternativen.
Wie lange hält sich das Karamell?
Im Kühlschrank locker eine Woche, aber in der Regel ist es vorher weg.
Was passt dazu als Menüabschluss?
Ein Espresso, ein letzter Schluck Rum oder einfach der Rest der Karamellsauce direkt vom Löffel.
Warum Salz auf einem Dessert?
Weil Salz süß schmecken lässt. Und weil wir hier nicht über Vanillepudding reden, sondern über ein Rum-Karamell-Dessert mit Stil.

Rezept für gegrillte Ananas mit Kokoseis und Rum-Karamell
Equipment
- SPRINGLANE Eismaschine Elli *
- Töpfe *
- Edelstahlsieb mit 4 auswechselbaren Siebeinsätzen *
- Schneidebrett und Messer
- Rührschüssel, z.B. Schüsselset 4-teilig *
- Microplane *
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Zutaten für das Kokoseis
- 400 ml Kokosmilch (Vollfett, aus der Dose)
- 200 ml Sahne
- 100 ml Vollmilch
- 4 Eigelb (Größe M)
- 60 g Zucker
- 40 g Dextrose
- 1 TL Vanilleextrakt
- 1 Prise Salz
Zubereitung des Kokoseis
- Kokosmilch, Sahne, Milch, Vanilleextrakt und eine Prise Salz in einem Topf langsam erhitzen – nicht kochen lassen.
- Währenddessen die Eigelbe in einer Schüssel verquirlen, dann Zucker und Dextrose zugeben und mit dem Schneebesen oder Handrührgerät aufschlagen, bis die Masse blassgelb und leicht schaumig ist.
- Nun etwas von der heißen Kokosmischung unter ständigem Rühren zur Eigelbmasse geben – so wird sie temperiert. Anschließend alles zurück in den Topf gießen.
- Die Mischung nun bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren zur Rose abziehen, also auf ca. 82–84 °C erhitzen, bis sie leicht andickt und die Rückseite eines Löffels überzieht.
- Durch ein feines Sieb in eine saubere Schüssel passieren, abkühlen lassen und für mindestens 4 Stunden im Kühlschrank kaltstellen, ideal über Nacht.
- In der Eismaschine 30–45 Minuten cremig gefrieren, anschließend im Tiefkühlfach nachziehen lassen.
Zutaten für das Rum-Karamell
- 60 g Zucker
- 20 g Butter
- 100 ml Sahne
- 2 EL braunen Rum
- 1 kleine Prise Salz
Zubereitung des Rum-Karamells
- Zucker in kleinem Topf karamellisieren lassen.
- Butter einrühren, mit Sahne ablöschen, glatt rühren.
- Hitze reduzieren, 1–2 Minuten köcheln.
- Hampden Rum & Prise Salz einrühren, nicht mehr kochen.
- Warm oder lauwarm servieren.
Zutaten für die gegrillte Ananas
- 1 reife Ananas,
- 1 EL brauner Zucker
Zubereitung der gegrillten Ananas
- Ananas in Scheiben oder Spalten schneiden und mit braunem Zucker bestreuen.
- Auf dem vorgeheizten Grill oder in Grillpfanne je Seite 2–3 Minuten karamellisieren, bis goldene Röstaromen entstehen
Anrichten
- Gegrillte Ananas mittig auf Teller platzieren.
- Eine Kugel Kokoseis daneben setzen.
- Mit Rum-Karamell überziehen.
- Mit Salzflocken finalisieren.
- Optional: mit Kokoschips oder Crunch bestreuen.
Guten Appetit!
Weitere Rezepte
Neben diesem Rezept für gegrillte Ananas mit Kokoseis und Rum-Karamell findest du weitere süße Rezepte in der Rubrik Süßes unter Rezepte.
