Jahresrückblick 2025 – Sechs Jahre Paul Ferkel

Jahresrückblick 2025 – Sechs Jahre Paul Ferkel

Paul Ferkel ist ein Herzensprojekt.
Eines, das Spaß macht, aber Zeit kostet. Und manchmal auch Nerven.

Ein Beitrag entsteht hier nicht nebenbei. Auch dann nicht, wenn KI inzwischen beim Korrekturlesen oder Überarbeiten hilft. Am Anfang steht immer eine Idee. Dann Planung, Einkauf, Kochen. Oft mehr als einmal. Danach Fotos, Bildbearbeitung, Text, Überarbeitung und irgendwann die Veröffentlichung. Manchmal schneller, manchmal erst Wochen später.

Nichts davon schreibt sich von selbst.

2025 war deshalb kein Jahr mit besonders vielen neuen Beiträgen, sondern eines, in dem viel gearbeitet wurde. Gekocht wurde deutlich mehr, als am Ende auf dem Blog gelandet ist. Manche Gerichte haben es nicht weiter geschafft, andere sind mehrfach entstanden, bevor sie „fertig“ waren. Das gehört dazu. Nicht alles muss gezeigt werden, aber manches muss zu Ende gebracht werden.

Am besten funktionieren nach wie vor Menüs.
Sie machen mir am meisten Spaß, verlangen aber auch den größten Einsatz. Planung, Timing, Abläufe und am Ende ein Abend, der funktioniert oder eben nicht. Genau dort liegt der Kern von Paul Ferkel, und genau dort fühlt sich das Kochen richtig an.

Abseits vom Blog war 2025 ein durchwachsenes Jahr. Es gab gute Phasen und ruhigere, Dinge, die leicht von der Hand gingen, und andere, die liegen geblieben sind. Über Himmelfahrt waren wir wieder in Weinheim, im Herbst ein paar Tage in Paris. Der Garten hat dieses Jahr viel Aufmerksamkeit gefordert und viel zurückgegeben. Die Kirschernte war herausragend und wurde direkt zu Konfitüre verarbeitet.

Nicht alles davon landet auf dem Blog, aber alles fließt ein.

Highlights 2025

Auch wenn 2025 kein Jahr der großen Veröffentlichungsdichte war, gab es Gerichte, die hängen geblieben sind. Nicht, weil sie besonders ausgefallen waren, sondern weil sie handwerklich sauber funktioniert haben und mehrfach gekocht wurden.

Jahresrückblick 2026: Fünf kulinarische Highlights aus dem Jahr 2025 auf Paul Ferkel: Ramen, Schmorgericht, kreative Gyoza, Pasta-Fusion und klassisches Dessert
  1. Tonkotsu Miso Ramen | Chashu | Ajitama
    Ein Gericht mit hohem Aufwand, langer Vorbereitung und klarer Linie. Brühe, Tare, Fleisch und Einlagen greifen sauber ineinander. Kein Schnellschuss, sondern ein Projekt, das Zeit braucht – und genau deshalb überzeugt.
  2. Ochsenschwanzragout | Pappardelle | Parmesan
    Klassisch, reduziert, ohne Umwege. Ein Gericht, das von Produkt, Geduld und Wiederholung lebt. Funktioniert als Alltagsgericht genauso wie für Gäste.
  3. Bayrische Gyoza – Weißwurst | Brezel | Süßer Senf | Sauerkraut | Meerrettich
    Ein spielerischer Ansatz, der trotzdem ernst gemeint ist. Regionale Zutaten, übersetzt in eine Form, die technisch sauber umgesetzt ist und geschmacklich aufgeht.
  4. Thai Curry Carbonara | Udon-Nudeln | Thai Basilikum
    Ein Grenzgang, der bewusst provoziert, aber funktioniert. Keine Fusion um der Fusion willen, sondern ein kontrolliertes Experiment mit klarer Idee.
  5. Zitronen-Ricotta-Crème | Blütenhonig | Thymian | karamellisierte Mandeln
    Ein Dessert ohne Showeffekte. Säure, Süße, Textur. Schnell gemacht, zuverlässig und vielseitig einsetzbar – genau deshalb ein fester Bestandteil.

Events 2025

2025 war kein Jahr mit vielen Events, aber eines mit klaren Menüformaten. Der Fokus lag auf durchdachten Abfolgen, saisonalen Produkten und Anlässen, für die sich Planung lohnt.

Frühlingsmenü

Ein reduziertes, leichtes Menü, das auf Frische und Balance setzt. Klare Aromen, wenig Technik, sauber ausgeführt.

  1. Vorspeise: Geröstete Karotten | Harissa | Joghurt | Pistazien
  2. Hauptspeise: Pasta mit Erbsenpesto | Burrata | Frühlingsgemüse
  3. Dessert: Zitronen-Ricotta-Crème | Blütenhonig | Thymian | karamellisierten Mandeln

Ostermenü

Zu Ostern darf es etwas feiner sein. Saisonale Produkte, Kräuter und eine klassische Menüdramaturgie mit vier Gängen.

  1. Vorspeise: Grüner Spargel | pochiertes Wachtelei | Trüffelvinaigrette
  2. Zwischengang: Frühlingskräuter-Consommé | Ricotta-Estragon-Raviolo
  3. Hauptspeise: Gebratenes Zanderfilet | Pastinaken-Miso-Püree | Radieschen Beurre Blanc
  4. Dessert: Joghurt-Mousse | Kaffirlimetten | glasiertem Rhabarber | Pistaziencrunch

Sommermenü

Ein Menü wie ein Sommerabend. Leicht, aromatisch und klar auf Röstaromen, Frische und Kontraste ausgelegt.

  1. Vorspeise: Mais-Ravioli | Maissauce | Popcorn
  2. Zwischengang: Doraden-Ceviche | Tequila | Grapefruit
  3. Hauptspeise: Fisch-Tacos | Mango-Gurke-Salsa | Chipotle-Crème | Radieschenpickles
  4. Dessert: Gegrillte Ananas | Kokoseis | Hampden-Rum-Karamell – Vol. 2

Ob einzeln gekocht oder als komplettes Menü serviert, diese Gerichte stehen für Sommer, Genuss und ein bisschen Fernweh auf dem Teller.

Restaurant-Highlights 2025

Neben dem eigenen Kochen gab es auch 2025 Restaurantbesuche, die in Erinnerung geblieben sind

  1. Restaurant Piesch
    Ein Michelin-Stern ohne Attitüde. Präzise Küche, klare Produkte, ruhige Abläufe. Kein Effekthascherei, sondern sauberes Handwerk auf konstant hohem Niveau.
  2. Le Train Bleu
    Mehr als ein Restaurant. Klassische französische Küche in einem Rahmen, der Geschichte atmet. Kein Ort für Experimente, sondern für Disziplin, Technik und Tradition.
  3. Leo’s Restaurant
    Unaufgeregt, konzentriert, regional. Ein gutes Beispiel dafür, dass starke Küche nicht zwangsläufig Großstadt oder Fine Dining sein muss.
  4. Cédric Grolet Opéra
    Frühstück als Inszenierung. Technisch beeindruckend, visuell perfekt, handwerklich auf höchstem Niveau – auch wenn der Fokus klar auf Patisserie liegt.
  5. Vivaldi
    Konstante Qualität, klare italienische Küche, zuverlässig seit Jahren. Ein Ort, an den man zurückkehrt, ohne lange nachzudenken.

Ein Ausblick auf 2026

Einen Ausblick braucht es trotzdem.
2026 steht für mich unter einem klaren Motto: Ein Jahr in Menüs – kochen für besondere Anlässe.

Der Fokus liegt weniger auf einzelnen Rezepten und stärker auf ganzen Menüfolgen. Auf Planung, Vorbereitung und Ablauf. Auf Gerichte, die in einem Zusammenhang stehen und für konkrete Anlässe gedacht sind – Geburtstage, Einladungen, Feiertage, Wiedersehen. Genau dort ist dieser Blog entstanden, und genau dort funktioniert er am besten.

Zum Jahreswechsel habe ich außerdem beruflich neu angefangen. Nach vielen Jahren in der technischen Entwicklung bei Volkswagen Pkw bin ich zur VW Kraftwerk GmbH gewechselt. Der thematische Fokus hat sich verschoben: weg von Fahrzeugprojekten, hin zu Energie, Grundlagen und langfristigen Systemen. Auch das verändert den Blick auf Zeit, Planung und Tiefe und damit indirekt auch auf das Kochen.

Und noch etwas wird sich 2026 ändern. Ich werde Vater.

Was das konkret für diesen Blog bedeutet, lässt sich nicht planen. Sicher ist nur, dass Zeit knapper wird und Prioritäten sich verschieben. Ob hier weniger, anders oder punktueller veröffentlicht wird, wird sich zeigen.

Kochen bleibt.
Menüs bleiben.
Der Rest ergibt sich.

Danke an alle, die diesen Blog lesen, nachkochen, weiterempfehlen oder einfach still begleiten.

Malte

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